Omega-6-Fettsäuren

Gamma-Linolensäure

Steuert Immunüberreaktionen entgegen

Bildung immunmmodulierender Botenstoffe: Die Gamma-Linolensäure (GLA) gehört der Gruppe der mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren an und ist Ausgangsstoff zur Bildung hormonähnlicher Reglerstoffe. Diese Botenstoffe, genannt Eicosanoide, und insbesondere die Prostaglandine unter ihnen, erfüllen zahlreiche biologische Funktionen und regulierende Aktivitäten in den verschiedenen Steuersystemen des menschlichen Körpers. Die Gamma-Linolensäure sorgt dabei für ein dynamisches Gleichgewicht bei der Synthese unterschiedlicher Prostaglandine, wie PGE1 und PGE2. In Form von Schwarzkümmel- oder Nachtkerzenöl wird die Gamma-Linolensäure innerlich oder äußerlich zur Regulierung allergischer und entzündlicher Prozesse sowie bei der großen Gruppe der Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Von Autoimmunerkrankungen spricht man, wenn das Immunsystem gegen das eigene Gewebe eine Immunantwort startet, wie es bei Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte), Multiple Sklerose, Rheumatischer Arthritis oder entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn der Fall ist.

Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen: 1. Furse R. et al.: Gammalinolenic acid, an unsaturated fatty acid with anti-inflammatory properties, blocks amplification of IL-1 beta production by human monocytes. J Immunol. 1;167(1):490-496 (2001). 2. Goyal A.: A randomized multicenter study of gamolenic acid (Efamast) with and without antioxidant vitamins and minerals in the management of mastalgia. Breast J11(1):41-47 (2005). 3. Jamal G. et al.: Gamma-linolenic acid in diabetic neuropathy. Lancet 5-10-6;1(8489):1098 (1986). 4. Middleton S. et al.: A double-blind, randomized, placebo-controlled trial of essential fatty acid supplementation in the maintenance of remission of ulcerative colitis. Aliment Pharmacol Ther ;16(6):1131-1135 (2002). 5. Miles E. et al.: The influence of different combinations of gamma-linolenic acid, stearidonic acid and EPA on immune function in healthy young male subjects. Br J Nutr 91(6):893-903 (2004). 6. Takwale A. et al.: Efficacy and tolerability of borage oil in adults and children with atopic eczema: randomised, double blind, placebo controlled, parallel group trial. BMJ 327(7428):1385 (2003). 7. Usami M. et al: Effect of gamma-linolenic acid or docosahexaenoic acid on tight junction permeability in intestinal monolayer cells and their mechanism by protein kinase C activation and/or eicosanoid formation. Nutrition 19(2):150-156 (2003). 8. van Gool C. et al.: Gamma-linolenic acid supplementation for prophylaxis of atopic dermatitis–a randomized controlled trial in infants at high familial risk. Am J Clin Nutr 77(4):943-951 (2003).

Nachtkerzenöl

flower #72Harmonisiert den Hormonhaushalt, mindert Entzündungsvorgänge

Linderung von Hormon- und Wechseljahresbeschwerden: Das Öl aus den Kernen der Nachtkerze (Oenothera biennes) besitzt eine besonders hohe Konzentration an Gamma-Linolensäure (GLS), einer dreifach ungesättigten Omega-6-Fettsäure. Als essentieller Baustein zum Aufbau so genannter Gewebshormone übt GLS auf verschiedene Körpersysteme positiv regulierende Wirkungen aus. Diese biologisch aktiven hormonähnlichen Reglerstoffe, so genannte Prostaglandine, besitzen stark immunregulierende, schmerz- und entzündungshemmende (anti-inflammatorische) Eigenschaften. Bei durch Hormonimbalancen ausgelösten Beschwerden wie Wechseljahres- und PMS-Beschwerden (Prämenstruelles Syndrom) wirkt sich die Zufuhr von Gamma-Linolensäure reichem Nachtkerzenöl ausgleichend aus und lindert Beschwerden wie Hitzewallungen, Brustempfindlichkeit (Mastodynie), depressive Zustände sowie Reizbarkeit und  Erschöpfung. Nachtkerzenöl besitzt allgemein relaxierende Effekte auf den Organismus, wirkt krampflösend und entspannt die Unterleibsmuskulatur bei Menstruations- und postmenopausalen Schmerzen.

Entzündliche Gelenk- und Hauterkrankungen: Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen profitieren im Besonderen von den signifikant entzündungsmodulierenden Effekten des Nachtkerzenöls. Sowohl bei rheumatischen Erkrankungen (Gelenkentzündungen) als auch entzündlichen Nerven- und Hauterkrankungen können vorherrschende Entzündungsprozesse gebremst und die Medikamenteneinnahme reduziert werden. Neurodermitis- sowie Psoriasis-Betroffene (Schuppenflechte) können mit der inneren Anwendung von Nachtkerzenöl gute Erfolge bei der Linderung von Ekzemen, Juckreiz, Hautentzündungen, -reizungen und Hautschäden erzielen. Weitere Einsatzbereiche der nutritiven Anwendung stellen die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lipidstoffwechselstörungen, Steigerung der Abwehrkraft (Immunmodulans), Akne und das ADH-Syndrom dar.

Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen: 1. Blommers J. et al.: Evening primrose oil and fish oil for severe chronic mastalgia: a randomized, double-blind, controlled trial. Am J Obstet Gynecol 187(5):1389-1394 (2002). 2. Budeiri D. et al.: Is evening primrose oil of value in the treatment of premenstrual syndrome? Controlled Clin Trials 17(1):60-68 (1996). 3. Gateley C. et al.: Evening primrose oil (Efamol), a safe treatment option for breast disease. Breast Cancer Res Treat (14):161 (2001). 4. Huntley A., Ernst E.: systematic review of herbal medicinal products for the treatment of menopausal symptoms. Menopause 10(5):465-476 (2003). 5. Joe L. et al.: Evening primrose oil in rheumatoid arthritis. Ann Pharmacother 27(12):1475-1477 (1993). 6. Korsch, E. et al.: Therapie mit Nachtkerzensamenöl-Kapseln bei schwerem atopischem Ekzem’, Sozialpädiatrie, 1, 12-17(1993). 7. Qureshi S. et al.: Topical nonsteroidal anti-inflammatory drugs versus oil of evening primrose in the treatment of mastalgia. Surgeon. 3(1):7-10 (2005). 8. Jepson R. et al.: Evening Primrose oil or other essential fatty acids for premenstrual syndrome. The Cochrane Library. Oxford, Update software (2000).

Perilla

Pflanzlicher Omega-3-Überflieger und Fitmacher fürs Herz

Natürlicher Schutz für Kreislauf und Gefäßsystem: Das Samenöl der Perilla-Pflanze (Perilla frutescens) stellt die bislang reichhaltigste identifizierte pflanzliche Quelle für Omega-3-Fettsäuren, insbesondere der  Alpha-Linolensäure (ALA, alpha-linolenic acid) dar. ALA zählt zu den essentiellen Fettsäuren und kann vom Körper selbst nicht synthetisiert werden. Die spezielle Fettsäurekombination des Perilla-Samenöls liefert 60% ALA, die sich nachweislich präventiv und therapeutisch positiv auf die Gesundheit und Funktionen von Herz und Blutgefäßen auswirkt. So senkt die Alpha-Linolensäure erhöhte Blutdruck- sowie Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride). Da sie die Fettsäurezusammensetzung der Zellmembranen günstig beeinflusst, hält ALA die Gefäßinnenwände elastisch und stabil und beugt Gefäßschäden und arteriosklerotischen Prozessen vor. Zudem werden die Blutfließfähigkeit verbessert und Entzündungsprozesse vermindert (anti-inflammatorische Wirkung). Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko profitieren besonders von Perilla Samenöl in Kapseln. Da ALA zu den „Fisch“-Fettsäuren EPA und DHA umgebaut wird, empfiehlt sich Perilla-Öl besonderes für Menschen, die nicht regelmäßig Fisch verzehren oder einen oder mehrere Herz-Risiko-Faktoren aufweisen.

Nachgewiesene Wirkungen und Einsatzbereiche von Perilla Samenöl:

  • Prophylaxe sowie Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Senkung erhöhter Blutdruckwerte
  • Reduktion erhöhter Blutfettwerte
  • Hemmung von Entzündungsprozessen
  • Senkung des Arteriosklerose- und Infarkt-Risikos sowie
  • Linderung chronisch-entzündlicher Gelenkerkrankungen (Arthritis)
  • Unterstützung der Wundheilung (Verbrennungen)
  • Linderung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen
Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen: 1. Banno N. et al.: Triterpene acids from the leaves of Perilla frutescens and their anti-inflammatory and antitumor-promoting effects. Biosci Biotechnol Biochem. 2004;68:85-90. 2. Hrboticky N.: Alpha-Linolenic acid reduces the lovastatin-induced rise in arachidonic acid and elevates cellular and lipoprotein eicosapentaenoic and docosahexaenoic acid levels in Hep G2 cells. J Nutr Biochem. 1996;7:465-471. 3. Hu F. et al.: Dietary intake of alpha-linolenic acid and risk of fatal ischemic heart disease among women. Am J Clin Nutr . 1999;69:890-897. 4. Ishikura, N.: Anthocyanins and flavones in leaves and seeds of Perilla plant. Agr. Biol. Chem. 45:1855-1860. 5. Kashima, M. et al.: 1991. The antioxidant effects of phospholipids on perilla oil. Amer. Oil Chem. Soc. 6. Narisawa T. et al.: Inhibitory effect of dietary perilla oil rich in the n-3 polyunsaturated fatty acid alpha-linolenic acid on colon carcinogenesis in rats. Jpn J Cancer Res. 1991;82:1089-1096. 7. Sakono M, Yoshida K, Yahiro M.: Combined effects of dietary protein and fat on lipid metabolism in rats. J Nutr Sci Vitaminol. 1993;39:335-343. 8. Yamamoto, N.: Effect of dietary linolenate/linoleate balance on brain lipid compositions and learning ability of rats. Lipid Res. 28:144-151.

Schwarzkümmelöl

Lindert Bronchialerkrankungen, harmonisiert das Immunsystem

Regulierung der Immunabwehr: Das Samenöl des Schwarzkümmels (Nigella sativa) besitzt ein für den menschlichen Organismus besonders günstiges Fettsäuremuster. Sein hoher Gehalt an Gamma-Linolensäure (GLA) in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren und ätherischen Ölen ist für die regulierenden und harmonisierenden Wirkungen von Schwarzkümmelöl auf das Immunsystem verantwortlich. Gamma-Linolensäure dient dem Organismus als Grundbaustoff zur Bildung bestimmter Reglerstoffe, vorrangig der Prostaglandine (PGE). Diese Gewebshormone harmonisieren die Immunreaktionen des Körpers und verhindern Entzündungsprozesse („anti-inflammatorische Mittlerstoffe“) und immunologische Überreaktionen (durch Histamin-Hemmung z.B. bei Allergien oder chronischen Hauterkrankungen). Die im Schwarzkümmelöl enthaltenen ätherischen Öle und sekundären Pflanzenstoffe aktivieren darüber hinaus die natürlichen Abwehrmechanismen und fördern den Prophylaxe-Schutz gegen verschiedene Krankheitserreger (z.B. Grippeviren).

Linderung bei Atemwegserkrankungen: Das reine Schwarzkümmelöl hat sich zudem in der Behandlung von akuten und chronischen Infekten der Bronchien, Asthma, Reiz- und Keuchhusten, Bronchitis und anderen Atemwegsinfekten bewährt. Pflanzenverbindungen des Schwarzkümmelöls sowie Gewebshormone, deren Eigensynthese im Organismus aktiviert wird, wirken erweiternd auf die Bronchien sowie schleimlösend (sekretlösend), entkrampfend und schweißtreibend. Die ätherischen Öle, Pflanzenstoffe und ungesättigten Omega-3-Fettsäure aktivieren die Abwehrkräfte und wirken präventiv gegen Erkältungserreger (antibakteriell), weshalb sich Schwarzkümmelöl unter anderem gezielt in der Erkältungszeit bewährt hat. Weitere Anwendungsbereiche zur inneren Anwendung von Schwarzkümmelöl sind Autoimmunerkrankungen (z.B. Neurodermitis, Psoriasis), chronische und akute Entzündungen, Störungen des Fett- und Blutzuckerstoffwechsels sowie Hormonstörungen und Menopause-Beschwerden. Äußerlich wird Schwarzkümmelöl insbesondere bei Hautentzündungen, Pilzbefall, Irritationen der Haut, Neurodermitis und Akne eingesetzt.

Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen: 1. Houghton, P. et al.: Fixed oil of nigella sativa and derived Thymoquinone inhibit eicosanoid generation in leukocytes and membrane lipid peroxidation. Planta Med. 61 (1995) 33-36. 2. Ansari, A. et al.: Structural studies on a saponin isolated from nigella sativa. Phytochemistry, Vol. 27, No. 12 (1988) 3977-3979. 3. Berdel, D.: Schwarzkümmelöl bei Asthma? Arzneimittel-, Therapie-Kritik. Hans Marseille Verlag GmbH, München, (1997). 4. El-Dakhakhny, M.: Studies on Egyptian Nigella sativa L. Arzneimittel-Forsch. 15 (1965) 1227-1229. 5. Atta-ur-Rahman, et al.: Isolation and strukture determination of Nigellicine, a novel alkaloid from the seeds of nigella sativa. Tetrahedron Letters, Vol. 26, No. 23 (1985) 2759-2762. 6. Kämmerer, W.: Essentielle Fettsäuren zur Therapie der atopischen Neurodermitis. Pharm. Ztg. 139, Nr. 28 (1994) 2195-2201. 7. Karawya, M. et al.: Essential oil and lipids of nigella sativa seed and their biological activity. Zag. J. Pharm. Sci. Vol. 3, No. 2 (1994) 49-57. 8. Nergiz, C. et al.: Chemical composition of nigella sativa L. seeds. Food chemistry 48 (1993) 259-261.